Eltern sollten sich bewusst machen, dass ihr Kind oder der junge Erwachsene nichts für seine Erkrankungen und das damit verbundene Verhalten kann. Auch wenn es für Außenstehende manchmal so scheint, kann sich der betroffene Menschen nicht selbst aus seiner Situation befreien.

Dennoch können Eltern eine große Hilfe sein, indem sie Raum für Gespräche anbieten. Hier sollten viel Geduld und das Zuhören in den Vordergrund stehen. Dabei sind Kommentare wie: “Das wird schon wieder” oder “Reiß dich doch mal zusammen” eher kontraproduktiv, denn sie setzen den Betroffenen meist noch mehr unter Druck. Dadurch, dass der Betroffene sich ja nicht aus eigener Kraft aus seiner Situation befreien kann, wird ihm so seine Ausweglosigkeit noch mehr bewusst.

Eltern können erfragen, ob sich das Kind manchmal einsam oder unglücklich fühlt, ob oft Tränen fließen, ob nur noch an wenigen Dingen Freude besteht oder auch, ob es schon mal daran gedacht hat, sich das Leben zu nehmen. Werden einzelne dieser Fragen bejaht, sollten Eltern unbedingt zeitnah einen Kinder- und Jugendpsychiater zu Rate ziehen. Denn eine Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit können nur Fachärzte treffen.

Wenn Eltern oder Kontaktpersonen sich nicht in der Lage fühlen, über Probleme und Gefühle mit den Depressiven bzw. Selbstmordgefährdeten zu sprechen, sollten sie den Kindern die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme mit einem Kinder- und Jugendpsychiater ermöglichen. In vielen größeren Städten gibt es darüber hinaus Kinder- und Jugendberatungen, einen schulpsychologischen Dienst, Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen. Für Eltern gibt es  ein bundesweites telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das schnell, kompetent und anonym unterstützt:

Elterntelefon: 0800 – 1 111 0 550 („Nummer gegen Kummer e.V“)