Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen weisen sowohl ähnliche als auch unterschiedliche Symptome zu denen von Erwachsenen auf. Zu den Gemeinsamkeiten zählen Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Suizidgedanken. Unterschiede beziehen sich z.B. auf Gereiztheit und einen höheren Anteil an Suizidversuchen und Schuldgefühlen.

Die Schwierigkeit, Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu diagnostizieren liegt vor allem darin begründet, dass sie häufig von Verhaltensproblemen wie Aggression, Hyperaktivität und Lerndefiziten überlagert wewrden bzw. gleichzeitig andere Probleme wie Angststörungen, Essstörungen oder Alkoholkonsum bei Jugendlichen, auftreten. Somit ist die psychische Belastung nicht sofort als Depression zu erkennen.

Zumal auch in dieser Lebensphase Jugendliche im allgemeinen mit der Neu- und Umorientierung vom Kind zum Erwachsenen oder auch vom Schüler zum Berufstätigen oder Studenten zu tun haben und etwaige Verhaltensauffälligkeiten oft unter dem Deckmantel der “Pubertät” fehlinterpretiert werden. Um eine verlässliche Diagnose erstellen zu können, sollte ein breites Spektrum diagnostischer Möglichkeiten (Anamnese, Verhaltensbeobachtung, Fragebögen, diagnostische Interviews) bei betroffenen Kindern und Jugendlichen ausgeschöpft werden.

Laut aktuellem Kinder- und Jugendreport (2019) der DAK-Gesundheit sind etwa 238.000 Kinder in Deutschland im Alter von zehn bis 17 Jahren so stark von Depressionen betroffen, dass sie einen Arzt aufsuchen. Dabei ist eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Die Entwicklung bei den Geschlechtern geht spätestens ab dem 14. Lebensjahr deutlich auseinander. Wobei Mädchen häufiger betroffen sind als Jungen.