Das Projekt

Mit dem Filmprojekt „Aufgefangen werden statt Abstürzen – Selbsthilfepotentiale nutzen bei psychischen Zusatzbelastungen von chronisch kranken und behinderten Jugendlichen“ soll auf die besondere Belastungssituation von jungen Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen und das hohe Risiko psychischer Folge- und Begleiterkrankungen aufmerksam gemacht werden.

Junge Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sind in der Phase der Pubertät und der privaten und beruflichen Neuorientierung einer erhöhten Belastungssituation ausgesetzt. Nicht selten kann diese Belastungssituation auch zu psychischen Erkrankungen führen. Gerade bei jüngeren Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sind psychische Erkrankungen wie Belastungsstörungen und Depressionen oftmals als Komorbidität festzustellen.

In der psychosomatischen Medizin sind in den letzten Jahren Einschränkungen der Lebensqualität und psychische Komorbiditäten bei chronischen körperlichen Erkrankungen systematisch untersucht worden. Eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit und die Verletzung der körperlichen Integrität sind erhebliche Veränderungen, die mit einer chronischen körperlichen Erkrankung einhergehen können und bewältigt werden müssen. Auch kann eine subjektiv empfundene oder objektiv beschreibbare Lebensbedrohung eine erhebliche Belastung für diese PatientInnen darstellen. Schmerzen können erheblich beeinträchtigen und neben den unmittelbar indizierten medizinischen Maßnahmen wird nicht selten eine Abhängigkeit vom medizinischen System insgesamt erlebt. Hilflosigkeit kann auftreten, persönlich bedeutsame Werte und Rollen können wegfallen und das Selbstbild insgesamt bedroht werden.
Dies alles birgt das Risiko möglicher depressiver Störungen als Folgeerkrankung in sich.

Erfahrungsberichte junger Menschen, aber auch die positiven Effekte psychopräventiver Maßnahmen sowie psychopräventiver Arbeitsformen der Selbsthilfe werden dazu aufgezeigt. Das Medium des Films eignet sich in der angesprochenen Zielgruppe optimal als Möglichkeit der Informationsverbreitung, aber auch als Vehikel zur emotionalen Ansprache.

Selbsthilfe und Öffentlichkeit sensibilisieren

Über das Filmprojekt sollen auch die Verantwortlichen in den Selbsthilfeorganisationen für die Gefahr einer psychischen Belastungssituationen von jungen behinderten Menschen sensibilisiert werden, um erste Anzeichen frühzeitig zu erkennen, in der Selbsthilfe zu thematisieren und über die gegenseitige Unterstützung in der Selbsthilfe präventiv tätig zu werden.

In dem Film werden Betroffene und ihr Umfeld (Familie, Freunde, Selbsthilfegruppe) interviewt bzw. in ihrer Lebenswelt gezeigt. Alle ProtagonistInnen sind in der Selbsthilfe tätig und können so das wertvolle Prinzip der gegenseitigen Unterstützung optimal in die Öffentlichkeit transportieren.

Darüber hinaus sollen durch weitere Aktivitäten der Öffentlichkeitsarbeit, wie einer Social Media-Kampagne und Filmpräsentationen Nicht-Betroffene und Betroffene gleichzeitig für das Thema sensibilisiert und erreicht werden. Dazu hat das Medienprojekt Wuppertal kurze Interviewsequenzen von ca. vier Minuten Länge mit den ProtagonistInnen erstellt, die über verschiedene Social-Media-Kanäle publiziert werden und zusätzlich durch die Mitglieder der BAG SELBSTHILFE eine große Reichweite erlangen sollen.

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Das Projekt wird von der DAK gefördert.