Depressionen2020-09-16T15:41:20+00:00

Depressionen

Depressionen – trifft das auch auf mich zu?2020-09-14T20:06:30+00:00

Jeder Mensch ist ab und an unglücklich, lustlos oder auch verzweifelt. Solche Phasen gehören zum Leben dazu, und normalerweise gehen sie nach einer Weile vorüber oder die Menschen finden aktiv Wege aus diesem Zustand. Bei Menschen mit einer Depression ist das anders. Traurige Gefühle und negative Gedanken dauern bei ihnen länger an und überschatten ihr gesamtes Handeln und Denken.

Depressionen haben auch Auswirkungen auf den Körper und äußern sich beispielsweise durch Schlafstörungen, Gewichtsab- oder -zunahme oder erhöhter Schmerzempfindlichkeit. Menschen mit Depressionen fallen über mehrere Wochen oder Monate in ein emotionales Tief, aus dem sie oft keinen Ausweg sehen. Dann brauchen sie professionelle Hilfe von FachärztInnen oder psychologischen PsychotherapeutInnen.

Umfassende Informationen zum Krankheitsbild Depressionen sind hier zu finden.

Hilfreich in solchen Lebenssituationen sind für Menschen jeden Alters, aber insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene, der Austausch und die Unterstützung von Gleichbetroffenen, die sich beispielweise in Selbsthilfeorganisationen und -gruppen zusammenfinden. Sie treffen sich, um bei gemeinsamen Aktivitäten Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu motivieren.

Angebote und Kontakt zu Gleichbetroffenen sind hier verfügbar

Wie gehe ich mit den betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen um?2020-09-14T20:08:19+00:00

Es gibt keine allgemeingültigen Regeln zum “richtigen” Umgang mit psychisch kranken Familienmitgliedern oder Freunden. Jeder Mensch ist anders und geht individuell mit seiner Erkrankung um. Darauf muss sich jeder einstellen.

Damit alle aber gut miteinander umgehen, ist gegenseitiges Verständnis sehr wichtig und hilfreich für die betroffenen jungen Menschen. Das ist manchmal schon nicht so einfach, deshalb haben wir hier einige Grundregeln zusammengefasst, die wir aus den Erfahrungen von Angehörigen und Freunden von Menschen mit Depressionen zusammentragen konnten. So kann jeder dazu beitragen, Stress und Streit in der Familie zu vermeiden:

  1. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten Dinge und sehen Sie über manches Verhaltensproblem erst einmal hinweg. Setzen Sie Prioritäten!
  2. Lassen Sie den Patienten in Ruhe – zu viel Fürsorge tut weder ihm noch Ihnen gut. Behüten und umsorgen Sie ihn nicht über Gebühr und lassen Sie ihm so viel Selbstständigkeit wie möglich. Geben Sie ihm aber zu verstehen, dass Sie für ihn da sind, wenn er Sie braucht.
  3. Geben Sie sich und dem Patienten Zeit, vor allem nach einer akuten Phase der Erkrankung. Warten Sie nicht ungeduldig auf “den großen Sprung nach vorn”, sondern fördern Sie die kleinen Schritte und freuen sich an ihnen.
  4. Passen Sie Ihre Erwartungen und Anforderungen der Situation an, vermeiden Sie Überstimulierung und Überforderung.
  5. Wenn Sie etwas erreichen wollen (zum Beispiel Aufräumen des Zimmers), überlegen Sie vorher, wie Sie am geschicktesten vorgehen und warten Sie den geeigneten Zeitpunkt ab. Drücken Sie sich klar und sachlich aus. Wenn Sie ärgerlich oder mit direktem Druck vorgehen, verringern Sie die Chance, dass Sie Ihr Ziel erreichen und schaffen sich zusätzlichen Stress.
  6. Bedenken Sie, dass die Symptome der Erkrankung nicht Ausdruck von bösem Willen sind, sondern ein Versuch, mit gestörten Erlebnisweisen fertig zu werden.
  7. Bedenken Sie auch, dass der Patient sich selbst in der Krankheit gesunde Anteile bewahrt und helfen Sie ihm, diese gesunden Anteile zu stärken und zu entwickeln.
  8. Bemühen Sie sich um eine gelassene Lebenshaltung – auch wenn es manchmal schwer fällt. Arbeiten Sie daran, Konflikte und Spannungen in der Familie abzubauen Fragen Sie sich, ob es Ihnen weiterhilft, wenn Sie in die Luft gehen oder ihrem Frust freien Lauf lassen.
  9. Nehmen Sie eine wohlüberlegte Haltung zu Medikamenten ein. In vielen Fällen sind sie nötig und hilfreich, zum Teil auch über längere Zeiträume. Die Einnahme ist im Prinzip Sache des Patienten und seines Arztes. Sie selbst können den Patienten gegebenenfalls auf Medikamente hinweisen, sollten aber vermeiden, sich total verantwortlich zu fühlen für ihre Einnahme oder Druck auszuüben.
  10. Und schließlich: Sorgen Sie gut für sich selbst! Gehen Sie sorgsam mit Ihren Kräften um, pflegen Sie Kontakte und Hobbys und gönnen Sie sich auch mal etwas Gutes.

(Quelle : BApK- Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.)

Welche Besonderheiten gibt es bei jungen Erwachsenen mit Komorbidität?2020-09-14T20:11:12+00:00

Chronische körperliche Erkrankungen und Behinderungen steigern das Risiko für Depressionen deutlich. So tragen die betroffenen Kinder laut DAK – Gesundheit insbesondere im Jugendalter ein bis zu 4,5-fach erhöhtes Depressionsrisiko.

Für eine Angststörung ist das Risiko bis zu 3-fach erhöht. Auch bei Adipositas und Schmerzen gibt es deutliche Zusammenhänge: Unabhängig vom Alter sind Jungen und Mädchen mit krankhaftem Übergewicht 2,5- bis 3-mal häufiger von einer depressiven Störung betroffen als Gleichaltrige mit normalem Körpergewicht. Bei Kindern, die unter Schmerzen leiden – Rücken-, Kopf-, Bauch- oder Beckenschmerzen –, besteht ein 2- bis 2,5-faches Risiko.

Kinder und Jugendliche mit Depressionen haben Schwierigkeiten, ihre alltäglichen Aktivitäten fortzusetzen. Sie ziehen sich stark zurück, schaffen es kaum noch, in die Schule zu gehen. 41 Prozent aller Fälle im Jahr 2017 diagnostizieren die Ärzte als mittelschwer oder schwer. Kinder- und Jugendärzte gehen von einer hoher Dunkelziffer aus.

Wie zeigt sich eine Depression im Kindesalter oder bei Jugendlichen?2020-09-14T20:12:22+00:00

Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen weisen sowohl ähnliche als auch unterschiedliche Symptome zu denen von Erwachsenen auf. Zu den Gemeinsamkeiten zählen Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Suizidgedanken. Unterschiede beziehen sich z.B. auf Gereiztheit und einen höheren Anteil an Suizidversuchen und Schuldgefühlen.

Die Schwierigkeit, Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu diagnostizieren liegt vor allem darin begründet, dass sie häufig von Verhaltensproblemen wie Aggression, Hyperaktivität und Lerndefiziten überlagert wewrden bzw. gleichzeitig andere Probleme wie Angststörungen, Essstörungen oder Alkoholkonsum bei Jugendlichen, auftreten. Somit ist die psychische Belastung nicht sofort als Depression zu erkennen.

Zumal auch in dieser Lebensphase Jugendliche im allgemeinen mit der Neu- und Umorientierung vom Kind zum Erwachsenen oder auch vom Schüler zum Berufstätigen oder Studenten zu tun haben und etwaige Verhaltensauffälligkeiten oft unter dem Deckmantel der “Pubertät” fehlinterpretiert werden. Um eine verlässliche Diagnose erstellen zu können, sollte ein breites Spektrum diagnostischer Möglichkeiten (Anamnese, Verhaltensbeobachtung, Fragebögen, diagnostische Interviews) bei betroffenen Kindern und Jugendlichen ausgeschöpft werden.

Laut aktuellem Kinder- und Jugendreport (2019) der DAK-Gesundheit sind etwa 238.000 Kinder in Deutschland im Alter von zehn bis 17 Jahren so stark von Depressionen betroffen, dass sie einen Arzt aufsuchen. Dabei ist eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Die Entwicklung bei den Geschlechtern geht spätestens ab dem 14. Lebensjahr deutlich auseinander. Wobei Mädchen häufiger betroffen sind als Jungen.

Was können Eltern tun?2020-09-14T20:13:57+00:00

Eltern sollten sich bewusst machen, dass ihr Kind oder der junge Erwachsene nichts für seine Erkrankungen und das damit verbundene Verhalten kann. Auch wenn es für Außenstehende manchmal so scheint, kann sich der betroffene Menschen nicht selbst aus seiner Situation befreien.

Dennoch können Eltern eine große Hilfe sein, indem sie Raum für Gespräche anbieten. Hier sollten viel Geduld und das Zuhören in den Vordergrund stehen. Dabei sind Kommentare wie: “Das wird schon wieder” oder “Reiß dich doch mal zusammen” eher kontraproduktiv, denn sie setzen den Betroffenen meist noch mehr unter Druck. Dadurch, dass der Betroffene sich ja nicht aus eigener Kraft aus seiner Situation befreien kann, wird ihm so seine Ausweglosigkeit noch mehr bewusst.

Eltern können erfragen, ob sich das Kind manchmal einsam oder unglücklich fühlt, ob oft Tränen fließen, ob nur noch an wenigen Dingen Freude besteht oder auch, ob es schon mal daran gedacht hat, sich das Leben zu nehmen. Werden einzelne dieser Fragen bejaht, sollten Eltern unbedingt zeitnah einen Kinder- und Jugendpsychiater zu Rate ziehen. Denn eine Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit können nur Fachärzte treffen.

Wenn Eltern oder Kontaktpersonen sich nicht in der Lage fühlen, über Probleme und Gefühle mit den Depressiven bzw. Selbstmordgefährdeten zu sprechen, sollten sie den Kindern die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme mit einem Kinder- und Jugendpsychiater ermöglichen. In vielen größeren Städten gibt es darüber hinaus Kinder- und Jugendberatungen, einen schulpsychologischen Dienst, Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen. Für Eltern gibt es  ein bundesweites telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das schnell, kompetent und anonym unterstützt:

Elterntelefon: 0800 – 1 111 0 550 („Nummer gegen Kummer e.V“)

Die Universität Bielefeld hat im Auftrag der DAK-Gesundheit in einer repräsentativen Studie Abrechnungsdaten von 800.000 minderjährigen Versicherten ausgewertet. Thema des Kinder- und Jugendreports 2019: “Depressionen und Ängste bei Schulkindern”.  Auf Grundlage des Reports wollen die DAK-Gesundheit und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die bestehende Versorgung von Kindern und Jugendlichen optimieren.

Hier gelangen Sie zum Report.

Depressionen

Depressionen – trifft das auch auf mich zu?2020-09-14T20:06:30+00:00

Jeder Mensch ist ab und an unglücklich, lustlos oder auch verzweifelt. Solche Phasen gehören zum Leben dazu, und normalerweise gehen sie nach einer Weile vorüber oder die Menschen finden aktiv Wege aus diesem Zustand. Bei Menschen mit einer Depression ist das anders. Traurige Gefühle und negative Gedanken dauern bei ihnen länger an und überschatten ihr gesamtes Handeln und Denken.

Depressionen haben auch Auswirkungen auf den Körper und äußern sich beispielsweise durch Schlafstörungen, Gewichtsab- oder -zunahme oder erhöhter Schmerzempfindlichkeit. Menschen mit Depressionen fallen über mehrere Wochen oder Monate in ein emotionales Tief, aus dem sie oft keinen Ausweg sehen. Dann brauchen sie professionelle Hilfe von FachärztInnen oder psychologischen PsychotherapeutInnen.

Umfassende Informationen zum Krankheitsbild Depressionen sind hier zu finden.

Hilfreich in solchen Lebenssituationen sind für Menschen jeden Alters, aber insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene, der Austausch und die Unterstützung von Gleichbetroffenen, die sich beispielweise in Selbsthilfeorganisationen und -gruppen zusammenfinden. Sie treffen sich, um bei gemeinsamen Aktivitäten Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu motivieren.

Angebote und Kontakt zu Gleichbetroffenen sind hier verfügbar

Wie gehe ich mit den betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen um?2020-09-14T20:08:19+00:00

Es gibt keine allgemeingültigen Regeln zum “richtigen” Umgang mit psychisch kranken Familienmitgliedern oder Freunden. Jeder Mensch ist anders und geht individuell mit seiner Erkrankung um. Darauf muss sich jeder einstellen.

Damit alle aber gut miteinander umgehen, ist gegenseitiges Verständnis sehr wichtig und hilfreich für die betroffenen jungen Menschen. Das ist manchmal schon nicht so einfach, deshalb haben wir hier einige Grundregeln zusammengefasst, die wir aus den Erfahrungen von Angehörigen und Freunden von Menschen mit Depressionen zusammentragen konnten. So kann jeder dazu beitragen, Stress und Streit in der Familie zu vermeiden:

  1. Beschränken Sie sich auf die wichtigsten Dinge und sehen Sie über manches Verhaltensproblem erst einmal hinweg. Setzen Sie Prioritäten!
  2. Lassen Sie den Patienten in Ruhe – zu viel Fürsorge tut weder ihm noch Ihnen gut. Behüten und umsorgen Sie ihn nicht über Gebühr und lassen Sie ihm so viel Selbstständigkeit wie möglich. Geben Sie ihm aber zu verstehen, dass Sie für ihn da sind, wenn er Sie braucht.
  3. Geben Sie sich und dem Patienten Zeit, vor allem nach einer akuten Phase der Erkrankung. Warten Sie nicht ungeduldig auf “den großen Sprung nach vorn”, sondern fördern Sie die kleinen Schritte und freuen sich an ihnen.
  4. Passen Sie Ihre Erwartungen und Anforderungen der Situation an, vermeiden Sie Überstimulierung und Überforderung.
  5. Wenn Sie etwas erreichen wollen (zum Beispiel Aufräumen des Zimmers), überlegen Sie vorher, wie Sie am geschicktesten vorgehen und warten Sie den geeigneten Zeitpunkt ab. Drücken Sie sich klar und sachlich aus. Wenn Sie ärgerlich oder mit direktem Druck vorgehen, verringern Sie die Chance, dass Sie Ihr Ziel erreichen und schaffen sich zusätzlichen Stress.
  6. Bedenken Sie, dass die Symptome der Erkrankung nicht Ausdruck von bösem Willen sind, sondern ein Versuch, mit gestörten Erlebnisweisen fertig zu werden.
  7. Bedenken Sie auch, dass der Patient sich selbst in der Krankheit gesunde Anteile bewahrt und helfen Sie ihm, diese gesunden Anteile zu stärken und zu entwickeln.
  8. Bemühen Sie sich um eine gelassene Lebenshaltung – auch wenn es manchmal schwer fällt. Arbeiten Sie daran, Konflikte und Spannungen in der Familie abzubauen Fragen Sie sich, ob es Ihnen weiterhilft, wenn Sie in die Luft gehen oder ihrem Frust freien Lauf lassen.
  9. Nehmen Sie eine wohlüberlegte Haltung zu Medikamenten ein. In vielen Fällen sind sie nötig und hilfreich, zum Teil auch über längere Zeiträume. Die Einnahme ist im Prinzip Sache des Patienten und seines Arztes. Sie selbst können den Patienten gegebenenfalls auf Medikamente hinweisen, sollten aber vermeiden, sich total verantwortlich zu fühlen für ihre Einnahme oder Druck auszuüben.
  10. Und schließlich: Sorgen Sie gut für sich selbst! Gehen Sie sorgsam mit Ihren Kräften um, pflegen Sie Kontakte und Hobbys und gönnen Sie sich auch mal etwas Gutes.

(Quelle : BApK- Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.)

Welche Besonderheiten gibt es bei jungen Erwachsenen mit Komorbidität?2020-09-14T20:11:12+00:00

Chronische körperliche Erkrankungen und Behinderungen steigern das Risiko für Depressionen deutlich. So tragen die betroffenen Kinder laut DAK – Gesundheit insbesondere im Jugendalter ein bis zu 4,5-fach erhöhtes Depressionsrisiko.

Für eine Angststörung ist das Risiko bis zu 3-fach erhöht. Auch bei Adipositas und Schmerzen gibt es deutliche Zusammenhänge: Unabhängig vom Alter sind Jungen und Mädchen mit krankhaftem Übergewicht 2,5- bis 3-mal häufiger von einer depressiven Störung betroffen als Gleichaltrige mit normalem Körpergewicht. Bei Kindern, die unter Schmerzen leiden – Rücken-, Kopf-, Bauch- oder Beckenschmerzen –, besteht ein 2- bis 2,5-faches Risiko.

Kinder und Jugendliche mit Depressionen haben Schwierigkeiten, ihre alltäglichen Aktivitäten fortzusetzen. Sie ziehen sich stark zurück, schaffen es kaum noch, in die Schule zu gehen. 41 Prozent aller Fälle im Jahr 2017 diagnostizieren die Ärzte als mittelschwer oder schwer. Kinder- und Jugendärzte gehen von einer hoher Dunkelziffer aus.

Wie zeigt sich eine Depression im Kindesalter oder bei Jugendlichen?2020-09-14T20:12:22+00:00

Depressive Störungen bei Kindern und Jugendlichen weisen sowohl ähnliche als auch unterschiedliche Symptome zu denen von Erwachsenen auf. Zu den Gemeinsamkeiten zählen Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Suizidgedanken. Unterschiede beziehen sich z.B. auf Gereiztheit und einen höheren Anteil an Suizidversuchen und Schuldgefühlen.

Die Schwierigkeit, Depressionen bei Kindern und Jugendlichen zu diagnostizieren liegt vor allem darin begründet, dass sie häufig von Verhaltensproblemen wie Aggression, Hyperaktivität und Lerndefiziten überlagert wewrden bzw. gleichzeitig andere Probleme wie Angststörungen, Essstörungen oder Alkoholkonsum bei Jugendlichen, auftreten. Somit ist die psychische Belastung nicht sofort als Depression zu erkennen.

Zumal auch in dieser Lebensphase Jugendliche im allgemeinen mit der Neu- und Umorientierung vom Kind zum Erwachsenen oder auch vom Schüler zum Berufstätigen oder Studenten zu tun haben und etwaige Verhaltensauffälligkeiten oft unter dem Deckmantel der “Pubertät” fehlinterpretiert werden. Um eine verlässliche Diagnose erstellen zu können, sollte ein breites Spektrum diagnostischer Möglichkeiten (Anamnese, Verhaltensbeobachtung, Fragebögen, diagnostische Interviews) bei betroffenen Kindern und Jugendlichen ausgeschöpft werden.

Laut aktuellem Kinder- und Jugendreport (2019) der DAK-Gesundheit sind etwa 238.000 Kinder in Deutschland im Alter von zehn bis 17 Jahren so stark von Depressionen betroffen, dass sie einen Arzt aufsuchen. Dabei ist eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Die Entwicklung bei den Geschlechtern geht spätestens ab dem 14. Lebensjahr deutlich auseinander. Wobei Mädchen häufiger betroffen sind als Jungen.

Was können Eltern tun?2020-09-14T20:13:57+00:00

Eltern sollten sich bewusst machen, dass ihr Kind oder der junge Erwachsene nichts für seine Erkrankungen und das damit verbundene Verhalten kann. Auch wenn es für Außenstehende manchmal so scheint, kann sich der betroffene Menschen nicht selbst aus seiner Situation befreien.

Dennoch können Eltern eine große Hilfe sein, indem sie Raum für Gespräche anbieten. Hier sollten viel Geduld und das Zuhören in den Vordergrund stehen. Dabei sind Kommentare wie: “Das wird schon wieder” oder “Reiß dich doch mal zusammen” eher kontraproduktiv, denn sie setzen den Betroffenen meist noch mehr unter Druck. Dadurch, dass der Betroffene sich ja nicht aus eigener Kraft aus seiner Situation befreien kann, wird ihm so seine Ausweglosigkeit noch mehr bewusst.

Eltern können erfragen, ob sich das Kind manchmal einsam oder unglücklich fühlt, ob oft Tränen fließen, ob nur noch an wenigen Dingen Freude besteht oder auch, ob es schon mal daran gedacht hat, sich das Leben zu nehmen. Werden einzelne dieser Fragen bejaht, sollten Eltern unbedingt zeitnah einen Kinder- und Jugendpsychiater zu Rate ziehen. Denn eine Unterscheidung zwischen einer normalen Verstimmung und einer Krankheit können nur Fachärzte treffen.

Wenn Eltern oder Kontaktpersonen sich nicht in der Lage fühlen, über Probleme und Gefühle mit den Depressiven bzw. Selbstmordgefährdeten zu sprechen, sollten sie den Kindern die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme mit einem Kinder- und Jugendpsychiater ermöglichen. In vielen größeren Städten gibt es darüber hinaus Kinder- und Jugendberatungen, einen schulpsychologischen Dienst, Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen. Für Eltern gibt es  ein bundesweites telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das schnell, kompetent und anonym unterstützt:

Elterntelefon: 0800 – 1 111 0 550 („Nummer gegen Kummer e.V“)

Die Universität Bielefeld hat im Auftrag der DAK-Gesundheit in einer repräsentativen Studie Abrechnungsdaten von 800.000 minderjährigen Versicherten ausgewertet. Thema des Kinder- und Jugendreports 2019: “Depressionen und Ängste bei Schulkindern”.  Auf Grundlage des Reports wollen die DAK-Gesundheit und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die bestehende Versorgung von Kindern und Jugendlichen optimieren.

Hier gelangen Sie zum Report.